Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs im Onlinehandel (FinMin)

29.05.2018

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Länder haben auf ihrer Jahrestagung am 25.05.2018 den Entwurf einer Haftungsregelung für Betreiber von elektronischen Marktplätzen beschlossen. Damit soll gegen Umsatzsteuerbetrug beim Onlinehandel vorgegangen werden.

Hintergrund:

Nach groben Schätzungen gehen Deutschland durch Umsatzsteuerbetrug im Onlinehandel Steuereinnahmen im dreistelligen Millionenbereich verloren. Geplant ist, dass die neue Regelung bereits zum 01.01.2019 in Kraft tritt.


Der Gesetzentwurf sieht u.a. Folgendes vor:

  • ​Betreiber von elektronischen Marktplätzen sollen für die nicht entrichtete Umsatzsteuer auf Lieferungen haften, die Händler über die jeweilige Onlineplattform ausführen.
     
  • Die Haftungsregelung zielt jedoch nicht vorrangig auf die Betreiber der elektronischen Marktplätze. Das Ziel besteht vielmehr darin, dass sich auch ausländische Onlinehändler in Deutschland steuerlich registrieren und ordnungsgemäß ihre Umsatzsteuer zahlen.
     
  • Betreiber von Onlineplattformen haften, wenn Händler ihnen keine Bescheinigung des zuständigen Finanzamts über die steuerliche Registrierung vorlegen.
     
  • ​Außerdem haften Betreiber des elektronischen Marktplatzes, wenn sie nicht registrierte oder steuerunehrliche Händler weiter auf dem elektronischen Marktplatz gewähren lassen. Auch damit wird Missbrauch vorgebeugt​.
     

Hinweis:

Ab dem 01.01.2021 wird dem möglichen Umsatzsteuerbetrug beim Onlinehandel zudem dadurch begegnet, dass die Betreiber von elektronischen Marktplätzen – über eine bloße Haftung hinaus – in die Pflicht genommen werden. Bei Warenlieferungen innerhalb der Europäischen Union von Unternehmen aus Staaten außerhalb der Europäischen Union an Verbraucher gilt dann: Die Mehrwertsteuer wird grundsätzlich von den Onlineplattformbetreibern und nicht mehr von den Anbietern erhoben. Diese Regelungen beruht auf einer Änderung der europäischen Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie von Dezember 2017.

Quelle: Hessisches Ministerium der Finanzen, Pressemitteilung v. 25.05.2018 (Ls)
Foto: European Union 2015 - European Parliament (via flickr CC BY-NC-ND 4.0)


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