Thomas Stangl spricht über Fachberater für UNF

16.04.2019

Mit der Teilnahme an einer Weiterbildung des Deutschen Steuerberaterverbandes e. V. hat sich Thomas Stangl zum „Fachberater für Unternehmensnachfolge“ qualifiziert. Damit hat der Standort in Isen kräftig an Know How zugelegt! Unternehmensnachfolge, kurz UNF genannt, ist ein heikles Thema, erfahren wir im Gespräch mit Thomas Stangl:

Regina Kellner: Hallo Thomas, ich gratuliere dir sehr herzlich zu deinem neuen Titel! Ein hartes Stück Arbeit, nehme ich an. Die letzten Wochen waren bestimmt nicht ohne: Neben dem gewöhnlichen, ohnehin schon turbulenten Geschäft noch eine Fortbildung zu absolvieren?

Thomas Stangl: Ja, die letzten Wochen waren durchaus intensiv, aber von nichts kommt nichts: Der Kurs fand in Frankfurt am Main statt und erstreckte sich über das letzte halbe Jahr auf einige Wochenenden. Zum Abschluss ist eine Prüfung abzulegen, die natürlich nur erfolgreich sein kann, wenn man zuvor gut gelernt und sich vorbereitet hat. Um den Titel „Fachberater für Unternehmensnachfolge“ zu erlangen, sind außerdem einige bereits erbrachte Beratungen in diesem Bereich nachzuweisen.

Titelbild-web-artikel-unternehmensnachfolge-mit-terminenDu sagst, die UNF ist ein Vorgang, der kaum gut genug vorbereitet sein kann. Was ist das Schwierige daran?

Thomas Stangl: Abgesehen davon, dass bei der UNF eine Vielzahl von Steuerarten betroffen sind oder betroffen sein können, sind Zivilrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht und Unternehmensbewertung Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht. Im steuerlichen Bereich ist es beispielsweise eine Herausforderung, immaterielle Werte „richtig“ weiterzugeben, ohne ungewollte Steuerlasten zu erzeugen. Dabei ist eine gerechte Verteilung nicht immer steuerlich sinnvoll. Ungünstige Handlungen können hier tatsächlich zu finanziellen Problemen führen.

Nach dieser Schilderung wundert es mich, dass dem Thema so geringe Bedeutung beigemessen wird. Warum befassen sich Unternehmer damit zu wenig und zu spät?

Thomas Stangl: Ich denke, es liegt daran, dass keiner gerne an die Endlichkeit denkt. Versetz dich in einen Unternehmer: Du bist jung, baust dir etwas auf, dein Unternehmen läuft gut, über viele viele Jahre. Unternehmer sind zumeist Persönlichkeiten, die Verantwortung übernehmen, etwas bewegen und sich enorm für ihr Unternehmen engagieren – und dann sollst du das, was du über Jahrzehnte mit viel Mühe erreicht hast, übergeben? Die UNF ist ein emotional sehr behaftetes Thema.

Das ist absolut einleuchtend. Kannst du mir eine Art „Generalfehler“ bei der UNF nennen?

Thomas Stangl: (Prompt:) Fehlende Kommunikation. Viele Hürden in der UNF wären kleiner oder umgehbar, wenn vor und während des Vorgangs der UNF zwischen den Parteien mehr kommuniziert werden würde. Dass sich die Vorstellungen von Senior und Nachfolger oft nicht decken kann man sich gut vorstellen. Wenn aber beide darüber nicht sprechen und jeder unkommentiert seinen Standpunkt als gesetzt betrachtet, wird es schwierig. Du darfst nicht vergessen, der Vorgang der UNF ist kein Akt von ein paar Wochen sondern erstreckt sich über vier bis fünf Jahre. Er betrifft Senior und Nachfolger nicht nur im unternehmerischen sondern auch im privaten Bereich wie Altersvorsorge, Familienplanung usw.. Geduld ist eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche UNF.

Ich bin überrascht, wie packend die UNF sein kann. Hast du schon ein weiteres Gebiet im Visier?

Thomas Stangl: Tatsächlich möchte ich gerne noch das Thema Testamentsvollstreckung vertiefen, aber das hat noch etwas Zeit. Es ist ohnedies schon eine Aufgabe, sich mit den steten steuerlichen Änderungen und Neuerungen zu befassen und auf dem Laufenden zu bleiben. Beim „Fachberater für Unternehmensnachfolge“ ist man übrigens verpflichtet, eine Mindestanzahl jährlicher Fortbildungen vorzuweisen um den Titel zu behalten. Eine sinnvolle Regelung, wie ich finde.

Ich danke dir für das Gespräch und die Einblicke in die UNF. Deine Leidenschaft für diese Thematik ist dir anzusehen. Ich wünsche dir weiterhin Freude an deinem Tun und viele erfolgreiche Unternehmensnachfolgen, die du beratend begleitest.

 


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